Der Baby-Boom nimmt kein Ende!

120 Katzenkinder werden zurzeit im Tierheim und auf Pflegestellen betreut, viele von ihnen wurden krank gefunden - nicht alle werden überleben.

Katzenschnupfen, Katzenseuche und Herpesviren bedrohen die mutterlos gefundenen und geschwächten Kitten. Sie könnten geschädigte Augen und chronischen Schnupfen zurückbehalten oder sogar erblinden. Und manche der armen Seelchen schaffen den Sprung ins Leben trotz aufopferungsvoller Pflege nicht und müssen sterben.

Das Tierheim-Team und viele Ehrenamtliche betreuen diese besonders bedürftigen Flaschenkinder bei sich zuhause - ein Fulltime-Job rund um die Uhr und eine sehr große emotionale Belastung. Dieser bewundernswerte Einsatz ist die einzige Chance für die ungewollten Katzenbabys und verdient hohe Anerkennung und großen Respekt.

Trotz allem werden sich die unhaltbaren Verhältnisse aber erst dann ändern, wenn die Menschen sich der Problematik bewusst werden und nicht wegschauen.

   

   

Wer seine freilaufenden Katzen und Kater nicht kastrieren lässt, ist mitverantwortlich für dies unsagbare Katzenleid!

Wir plädieren deshalb dringend an alle Katzenhalter, der in den meisten Städten und Gemeinden eingeführten Kastrationspflicht für frei laufende Katzen nachzukommen. Die konsequente Umsetzung scheitert offensichtlich immer noch an der Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit der Menschen, die ihren nicht-kastrierten Tieren ohne jedes Nachdenken über die Folgen ungeniert Freigang gewähren.

Das Tierschutzgesetz beruht verfassungsrechtlich auf dem Staatsziel des Tierschutzes nach Art. 20a GG und ist im Grundgesetz zu dem Zweck erlassen worden, „aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen“ (§1 Satz 1). Der Grundsatz des Tierschutzgesetzes lautet: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen“ (§1 Satz 2).

Es bleibt zu hoffen, dass auch die Politik diesem Anspruch nachkommt und den Weg frei macht für eine flächendeckende Kastrationspflicht für Freigängerkatzen und -kater.

Lesen Sie auch den Artikel der Lippischen Landeszeitung: https://www.lz.de/lippe/kreis_lippe/23113933_Detmolder-Tierheim-klagt-ueber-Katzenflut.html?pid=1_3