BERICHT


Miezie: Freigängerin                

Geboren: ~ 2007
Abgabekatze

03.04.2019

Hallo liebe Tierheimmitarbeiter,

heute will ich mal über Miezie berichten, die nun seit drei Wochen bei mir lebt.

Die ersten Tage hat sie nur in meinem Schlafzimmer verbracht, zunächst unterm Bett, später auf dem Bett. Dort schlief sie auch mit mir gemeinsam. Erst nach 5/6 Tagen wagte sie Ausflüge in die übrige Wohnung. Nach einer Woche kam sie erstmals auf meinen Schoß, ließ sich streicheln, genoss es schnurrend.

Inzwischen hat sie das Schlafzimmer ganz verlassen, schläft auch nicht mehr dort. Aber wir haben regelmäßige ausgedehnte Schmusezeiten. Meinen Schoß hat sie als Kissen regelrecht in Besitz genommen. Aber ich muss immer noch aufpassen, keine unbedachten Bewegungen zu machen, wenn ich keinen Hieb mit den scharfen Krallen abkriegen will. Auch habe ich es bisher noch nicht gewagt, sie hoch zu nehmen, zu tragen. Bin aber zuversichtlich, dass das irgendwann möglich sein wird.

Sie hat inzwischen viele Namen: Lissi, Lieselchen, Schätzelchen, Mäuschen(!), Queenie, Sissi - aber wenn es drauf ankommt, gilt Miezie. Ihre eigene Lautsprache ist sehr vielfältig, und ich lerne immer besser, sie zu verstehen. Auf meine Stimme, ob lobend, beruhigend oder auch mit scharfem "Nein!", reagiert sie zuverlässig. Nun ja, auch wenn sie dem Nein gehorcht, heißt das nicht, dass sie es zwei Minuten später nicht wieder versucht. Aber ich habe nun mal nicht gerne Katzenhaare auf dem Essteller oder möchte nicht, dass sie sich womöglich an der heißen Herdplatte die Pfoten verbrennt.

Musik scheint sie zu mögen, ob Klavier, Gesang oder aus dem Radio. Dem Staubsauger gegenüber verhielt sie sich so souverän wie mein früherer Hund auch nach 14 Jahren nicht. Spielen, egal mit was, scheint gar nicht ihr Ding zu sein, entsprechende Angebote ignoriert sie gelangweilt. Dafür beobachtete sie mal interessiert die bunten Muster des PC-Bildschirmschoners. Bei ihren Wegen durch die Wohnung vermeidet sie, so oft es geht, den Fußboden. Gibt es Tische, Stühle, Kommoden, die als Brücke verwendet werden können? Her damit! Selbst ein Rippenheizkörper musste schon als Steg herhalten.

Kürzere Zeiten des Alleinseins machen ihr gar nichts aus. Aber neulich musste sie ca. 10 Sunden alleine bleiben, ich kam erst spätabends heim. Da saß sie schon unruhig hinter der Tür und war offenkundig sehr erleichtert, dass ich wieder da war. Und nicht nur wegen des Fressens. Vorgestern habe ich es erstmals gewagt, Miezie nach draußen zu lassen. Nach nicht mal fünf Minuten hatte sie die erste Maus gefangen, die sie mir stolz vor die Füße legte. Tja, das fette und ruhige Leben, das die Mäuse hier - nicht zuletzt dank des Vogelfutters - hatten, ist jetzt vorbei. Denn inzwischen konnte ich mehrfach beobachten, wie sie eine Maus fing und dann auch mit Haut und Haaren verspeiste.

Sie erforschte zunächst meinen kleinen Garten, wanderte ums Haus, blieb stets in der Nähe. Kam auch immer mal wieder zu mir, sich meiner Anwesenheit zu vergewissern. Jetzt trainieren wir, wie die "menschliche Katzenklappe" funktionieren kann, damit es für beide Seiten entspannt passt.

Sie sehen, unser Zusammenleben hat sich schon sehr zufriedenstellend entwickelt. Ich bin froh, Miezie bei mir zu haben, und sie genießt ihr neues Leben mehr und mehr.

Mit ganz herzlichen Grüßen aus dem Heidental,

Regina D.